Melitta Schenk Gräfin von Stauffenberg
Melitta Gräfin Stauffenberg
Die Schwester meines Onkels Prof. Dr. Otto Schiller
Wenn von berühmten deutschen Fliegerinnen die Rede ist, fehlte bisher eine umfassende Würdigung jener Ingenieurflugzeugführerin, die mit über 2500 Sturzflügen die Leistungen jedes anderen Piloten im Zweiten Weltkrieg - ausgenommen Hans-Ulrich Rudel - bei weitem übertroffen hat.
Dipl.-Ing. Melitta Gräfin Schenk von Stauffenberg, geb. Schiller, 1937 als zweite Frau in Deutschland zum Flugkapitän ernannt, flog den bekannten Sturzkampfbomber ("Stuka") Ju 87 und die ebenfalls sturzflugfähige zweimotorige Ju 88 - allerdings nicht im Fronteinsatz, sondern bei der Luftwaffenerprobungsstelle Rechlin wie bei der Technischen Akademie der Luftwaffe in Berlin-Gatow.
Die mit dem Hitler-Attentäter verschwägerte Frau des Althistorikers Prof. Dr. Alexander Graf v. Stauffenberg hatte in München Mathematik, Physik sowie Flugmechanik studiert, daneben sämtliche Flugscheine erworben und arbeitete später hauptsächlich an der Entwicklung von Sturzflugvisieren, die sie unter unvorstellbaren physischen und psychischen Belastungen in extremen Fluglagen selbst erprobte. Für die einmotorige Nachtjagd entwickelte sie ein spezielles Nachtlandegerät, das Bruchlandungen verhindern sollte und sich im Einsatz auch bewährte. Gräfin Stauffenberg stand zwar nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit, aber sie trug stolz das ihr 1943 als vierter Frau verliehene Eiserne Kreuz (EK II). Dass sie trotz ihrer kräfteverzehrenden Tätigkeit während des Krieges eine Dissertation einreichte und sogar Aussicht auf eine Professur hatte, kann als Zeichen ihrer besonderen wissenschaftlichen Qualifikation gewertet werden.
Von den Folgen des am 20. Juli 1944 fehlgeschlagenen Attentats ihres Schwagers Claus blieb auch sie nicht verschont und wurde in Sippenhaft genommen.
Wegen kriegswichtiger Aufgaben schon 6 Wochen später aus der Haft entlassen, nutzte Gräfin Stauffenberg, die sich fortan nur noch Gräfin Schenk nennen durfte, jede Gelegenheit zu Besuchen bei den inhaftierten Familienangehörigen.
Als die Fliegerin am 8. April 1945 die inzwischen von Buchenwald nach Schönberg transportierten Gefangenen aufsuchen wollte - vielleicht war sogar die Flucht in die Schweiz geplant - wurde sie von einem amerikanischen Jagdflugzeug zwei km östlich von Strasskirchen in Niederbayern abgeschossen. Die Schwerverletzte überlebte den Absturz nur um zwei Stunden.
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